Arbeitsrecht aktuell - News

30.03.2015

Arbeitszeugnis - Schulnote 3 bleibt Standard, bessere Bewertung muss vom Arbeitnehmer bewiesen werden!

Der Umstand, dass die Formulierungen in Arbeitszeugnissen eine Wissenschaft für sich sind und dass ein wohlklingendes Arbeitszeugnis nicht immer gleichbedeutend mit einem guten Arbeitszeugnis ist, dürfte sich herumgesprochen haben.

So hatten wir hier von einem Urteil des Arbeitsgerichts Berlin berichtet, dass mittlerweile Standard die Formulierung für ein "gutes" Arbeitszeugnis ist und ein schlechteres, z.B. mit der Bewertung "befriedigend", Anlass zur Beanstandung gibt, wenn der Arbeitgeber dafür keine überzeugenden Gründe vorbringen kann. 

Nachdem auch das Landesarbeitsgericht Berlin dies so sah, trat das Bundesarbeitsgericht (BAG, Urteil vom 18.11.2014, 9 AZR 584/13) dieser Berliner Rechtsprechung zu Arbeitszeugnissen nun entgegen:

Die Formulierung "zur vollen Zufriedenheit", mithin eine "befriedigende" Beurteilung, ist nicht zu beanstanden. Möchte der Arbeitnehmer eine bessere Beurteilung, so muss er in einem Rechtsstreit vortragen und beweisen, warum eine bessere Schlussbeurteilung gerechtfertigt sein soll.

Das Gericht wies auch darauf hin, dass der Umstand, welche Schlussnoten in Zeugnissen einer bestimmten Branche am häufigsten vergeben werden, ohne unmittelbaren Zusammenhang auf die Allgemeingültigkeit dieses Grundsatzes ist.

Das heißt: "befriedigend" ist Standard, wer ein besseres Zeugnis möchte, muss beweisen, dass er tatsächlich auch bessere Leistungen erbracht hat.

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